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Persönlicher Erfahrungsbericht zur Lenkmatte / Lenkdrachen Paraflex Sport RTF

Warum ich mir eine Lenkmatte gekauft habe?

Lenkmatte / Lenkdrachen Paraflex Sport RTFIch bin Mitte 40 und das ist vielleicht nicht gerade das Alter, was man sich so vorstellt, wenn man an einen Flugdrachenkäufer denkt. Aber es ist eben so, dass man oft viel zu wenig Bewegung hat. Tags über sitzt man auf Arbeit am Computer und Abends zu Hause auch. Die meisten Hobbys welche man machen könnte sind in der Regel recht aufwändig und erfordern Zeit, Geduld und eventuell auch eine Menge Geld. So habe ich mich an die Kinderzeit zurück erinnert, an selbstgebaute Drachen und an gekaufte Drachen, welche immer nicht fliegen wollten. Aber man war wenigstens an der frischen Luft, musste viel laufen und war meistens ja auch nicht alleine. Also habe ich mich bezüglich Lenkdrachen mal im Internet schlau gemacht und zwei Typen gefunden, welche auch oder gerade für Erwachsene Spaß machen und zugleich zum Teil auch eine Herausforderung an die Sportlichkeit und Koordination stellen.

Welche Sorten von Drachen gibt es?

So habe ich zwei Typen von Lenkdrachen gefunden, welche dafür in Frage kommen. Zum einen sind das die Deltadrachen und zum anderen die Mattendrachen. Beide Sorten sind mehrleinige Drachen und dadurch lenkbar, im Gegensatz zu einleinigen Drachen, wo man in der Regel kaum Steuermöglichkeiten hat.

Deltadrachen besitzen eine Stabkonstruktion, welche ein V-förmiges Segel aufspannen. Diese Drachenart ist der typische Lenkdrachen mit hervorragenden Flug- und Lenkeigenschaften. Nachteil bei dieser Drachenart ist, dass man mehr Gewicht tragen muss und den Drachen erst vor dem Start zusammen bauen muss.

Lenkmatten sind stablose Konstruktionen. Dadurch entfällt der Nachteil der Deltadrachen, dass man diese Drachenart erst zusammenbauen muss. Durch die fehlenden Stäbe können diese Drachen auf geringstem Raum zusammengelegt werden und das Gewicht beträgt nur einige 100 Gramm. Bei Bedarf sind sie im nu ausgepackt und startklar. Allerdings kann man mit ihnen nicht so viele Flugkunststücke machen wie mit einem klassischen Deltalenkdrachen.  Viele fortgeschrittene Drachenflieger meiden deshalb die Lenkmatte, da sie die eher langweilig finden. Allerdings um so mehr Fläche die Lenkmatte besitzt, desto mehr Zug entwickelt diese. Die großen Exemplare können ohne weiteres bei entsprechendem Wind auch ausgewachsene Männer über die Wiese schleifen. So ist es bei dieser Lenkdrachenart wohl vor allem ein Kampf mit dem Wind. Aber auch oder gerade damit werden eine Menge Kalorien verbrannt.

Kauf und Lieferumfang:

Ich habe den Drachen bei Amazon gekauft. Es gibt den Drachen in mehreren Farben und Größen:

Paraflex Sport 1.2,  Spannweite 120 cm 40 KP Dacron Schnur 2-6 bft
Paraflex Sport 1.6,  Spannweite 165 cm 75 KP Dacron Schnur 2-6 bft
Paraflex Sport 2.1, Spannweite 200 cm 100 KP Dyneema Schnur 2-6 bft
Paraflex Sport 2.6, Spannweite 240 cm 150 KP Dyneema Schnur 2-5 bft
 

Ich habe mich für den 2,1 Drachen entschieden. Dieser ist ein gutes Mittelmaß. Er ist nicht zu klein, aber auch nicht zu groß und ist bis Windstärke 6 einsetzbar. Die Lieferung erfolgte zwei Tage nach der Bestellung.

Die Verpackung enthielt folgende Bestandteile:

Alle Bestandteile waren bereits fix und fertig vormontiert und die Lenkmatte somit sofort nach dem Erhalt einsetzbar. Sogar ein Kitekiller war dabei, was normalerweise nicht selbstverständlich ist.
 

Technische Daten (Paraflex Sport 2.1)

Gewicht (verpackt in der Tasche): ca. 800 Gramm (selbst gewogen)

Art der Schnur: 100 KP Dyneema Schnur

Spannweite: ca. 200 cm

Kaufmöglichkeiten bei Amazon:

Unter dem folgenden Links finden Sie die Lenkmatte Paraflex Sport RTF und andere von Paraflex in den verschiedenen Größen und Farben.

       

Andere Lenkmatten:

          

Erste Erfahrungen:

Das erste Problem war eine geeignete Fläche für die ersten Startversuche zu finden. Bei der Benutzung der Lenkmatte sind auf jeden Fall folgende Sicherheitsregeln zu beachten!

Drachen gelten in Deutschland als Luftfahrzeuge! Ja Sie haben wirklich richtig gelesen. Dabei ist es völlig egal wie lang die Drachenschnur ist. Die dabei entstandenen Schäden werden fast nie von der Privathaftpflicht des Drachenhalters abgedeckt. Dabei kann schnell etwas passieren. Wenn richtig Wind weht und der Drache sich im Bereich von Menschen, Tieren, Autos etc. sich bewegt und mit voller Wucht abstürzt, dann kann es richtig teuer werden. Theoretisch könnte der Drache ein Auto verbeulen, Energieleitungen durch Kurzschlüsse lahm legen, Menschen  am Kopf und im Gesicht verletzen oder einen schweren Verkehrunfall auslösen, wenn der Drache plötzlich in die Windschutzscheibe eines Autofahrers kracht und er nichts mehr sieht. man muss auch die Möglichkeit bedenken, dass die Leinen des Drachen reißen können und sich der Drache dann völlig unkontrolliert bewegt.

Hier also unbedingt bei der eigenen Haftpflichtversicherung nachfragen ob Lenkdrachen und bis zur welcher Größe mitversichert sind. Im Internet habe ich die Allianz gefunden, die eine extra Haftpflicht für ab 89 € im Jahr anbietet. Versichert werden Lenkdrachen und Flugmodelle. Die Versicherungssumme beträgt 950.000 € für 89,25 € im Jahr. Stand 03.11.2012. Die Webseite mit dem Angebot finden Sie hier.

Ich muss bei meiner Versicherung auch noch mal nachfragen, ob Lenkdrachen mit drin sind. Bis jetzt hatte ich das immer angenommen. So kann man sich täuschen.

Montage:

Eine Montage des Drachens ist nicht notwendig. Der Drache wird fix und fertig geliefert und ist sofort verwendungsfähig. Einfach aus der Verpackung nehmen und dann kann es losgehen.

Der erste Versuch:

Der erste Versuch bzw. die ersten Versuche vielen recht bescheiden aus. Zuerst war das Problem eine geeignete Wiese zu finden. Es gibt zwar in auch hier in Berlin-Hellersdorf in der näheren Umgebung größere Wiesen, jedoch sind diese nicht ganz ohne Probleme. Zuerst habe ich es auf einer Wiese unweit der Gärten der Welt versucht. Dort waren auch nicht viele Leute, welche ich mit dem Drachen erschlagen könnte bzw. die sich vielleicht über meine unbeholfenen Versuche totgelacht hätten.

In den Videos für Anfänger hatte ich gelernt, dass man den Drachen mit den Luftöffnungen nach oben auf den Boden legen und die Unterseite des Drachen mit etwas Sand bedecken soll, damit er nicht schon vorher wegfliegt. Normalerweise wimmelt es hier von Maulwürfen, jedoch auf dieser Wiese gab es keinen einzigen Maulswurfshaufen. So musste ich mit von Hunden gebuddelten Löchern vorlieb nehmen um etwas Sand zu erhaschen. Also Drachen ausgelegt, Sand drauf und dann die Leine ausgerollt. Die Leine ist recht dick und im Gegensatz zu den dünnen Sehnen, welche ich aus früheren Zeiten kenne, gut abzurollen. Beim ersten Mal allerdings war immer der Kitekiller im Wege, später nach dem eigenen Aufwickeln der Schnur nicht mehr. Ein großes Problem mit dem ich nicht gerechnet habe waren die Stoppeln. Es war Herbst und die Wiese war sogar gemäht worden. Dies jedoch recht grob. Jedes kleine Unkraut war verholzt und ständig verhedderte sich in diesen kleinen holzigen Stengeln die Drachenschnüre. Bekam man auch nur in Handarbeit wieder frei. Als wenn jedes Unkraut auf der Wiese mit Widerhaken versehen war. Das Problem war umso schlimmer, da sich meine ersten Versuche mehr auf dem Boden als in der Luft abspielten. Der Wind war das zweite Problem. Es war einfach nicht genug davon da bzw. er war viel zu unregelmäßig. Die Matte benötigt schon eine kräftigere Brise und vor allem kontinuierlichen Wind. Das dritte Problem war die Lenkung, denn hier benötigt man etwas Eingewöhnung, vor allem wenn man noch nie einen Lenkdrachen benutzt hat. Die Lenkmatte hat eine  Bar, das ist ein gepolsterter Stock, an dem links und recht die Schüre hängen. Der Drache reagiert recht schnell auf Zug. Zum Anfang ist der Drache immer sofort nach rechts abgedriftet und abgestürzt, natürlich immer wieder in diese blöden Stoppeln. Es hat eine Weile gedauert, bis ich es mit der Steuerung raus hatte. Leider war der Wind nicht kontinuierlich genug und ohne Wind gehts mit der Lenkmatte wieder abwärts. Sie besitzt ja keine Gestänge was ein zusammenklappen verhindern könnte. Ist also kein Wind macht sie das einfach und fällt vom Himmel. 

 

Spätere Versuche:

Zum Anfang gab es einige Schwierigkeiten, welche mir den Spaß verderben wollten. Vor allem war es aber zu wenig Wind. Bei Windstärke 2  bis 3  und dann noch unregelmäßig, da tut sich nicht allzu viel. Später habe ich es dann an der Ostseeküste auf einer schönen weichen Wiese probiert bei einer steifen Brise. Das hat hervorragend geklappt wie es sein sollte. Also lag es vorher nur am Wind. Der Drache hat sich sofort nach dem Start in den Zenit begeben und man konnte durch leichte Zugbewegungen an der Lenkbar den Dracken wunderbar steuern. Bei Windstärken um die 5 muss man dann schon ganz schön gegenhalten. Vor allem, wenn man den Drachen in Richtung Erde gleiten lässt und ihn dann abfängt. Dabei hat mich der Drache auch schon umgeschmissen.

Zu besseren Bestimmung der momentanen Windbedingungen habe ich mir einen Windgeschwindigkeitsmesser gekauft mit dem ich sehr zufrieden bin. Dieser misst sehr genau und man muss ihn nicht genau in die Windrichtung halten, sondern einfach über den Kopf. Ein Erfahrungsbericht dazu folgt in Kürze.

 

Die Kurtzschen Drachengesetze:

nach einiger Zeit mit meinem Drachen konnte ich folgende Gesetzmäßigkeiten für den Drachenflug ermitteln:

Videos für Anfänger

Auf der Suche nach dem Wie habe ich einige Videos gefunden, welche mir sehr weiter geholfen haben. Einige besonders hilfreiche binde ich in diese Webseite ein, dann brauchen Sie nicht extra danach zu suchen:

 

 

 

Fotos:

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Fazit:

Ich bin mit der Flugmatte sehr zufrieden und würde sie wieder kaufen. Die Verarbeitung ist gut und das verwendete Material sehr haltbar. Besonders schön ist, dass sie sehr leicht ist und man sie ohne Probleme überall mitnehmen kann. Zudem ist sie immer fertig und man muss nichts aufbauen. Kann ich daher für jung und älter sehr gut empfehlen.

 © Gero Kurtz